EN 45545-2: EPDM-Formschläuche für Schienenfahrzeuge

Technische Gummiwaren in Schienenfahrzeugen müssen so ausgelegt sein, dass sie im Brandfall definierte Anforderungen erfüllen. JRT fertigt dafür EPDM-Formschläuche aus einer geprüften Mischung, die auf EN 45545-2 abgestimmt ist.

Was EN 45545-2 regelt

EN 45545-2 legt die Anforderungen an das Brandverhalten von Werkstoffen und Komponenten für Schienenfahrzeuge fest. Es geht unter anderem um Entflammbarkeit, Rauchentwicklung und die Toxizität entstehender Brandgase. Die Norm ist Teil 2 der Reihe EN 45545 und nutzt die Betriebs- und Bauartklassen aus EN 45545-1. In Deutschland gilt aktuell DIN EN 45545-2:2023-12, die deutsche Fassung von EN 45545-2:2020+A1:2023.

Die EN 45545 trat im Juli 2013 in Kraft. Seit dem 1. April 2016 werden nationale Normen wie DIN 5510-2 für den Brandschutz in Schienenfahrzeugen nicht mehr angewendet, es gilt nur noch die EN 45545.

SO KOMMT EIN SCHLAUCH ZU SEINEM BRANDSCHUTZNACHWEIS
  1. 01

    Betriebs- und Bauartklasse

    Freie Strecke oder Tunnel, Standard, automatisch, Doppelstock oder Schlafwagen.

  2. 02

    Gefährdungsstufe

    HL1HL2HL3
  3. 03

    Anforderungssatz

    R22 · INNENR23 · AUẞEN
  4. 04

    Prüfung

    Entflammbarkeit, Rauchgasdichte und Toxizität der Mischung.

  5. 05

    Nachweis

    Werkszeugnis zum Brandschutz, auf Wunsch zu Ihrem Teil.

Gefährdungsstufen HL1 bis HL3

Aus der Betriebsklasse und der Bauartklasse eines Fahrzeugs ergibt sich seine Gefährdungsstufe, englisch Hazard Level (HL). Für jede Gefährdungsstufe legt EN 45545-2 Prüfverfahren, Prüfbedingungen und Anforderungen an das Brandverhalten fest.

Betriebsklasse und Bauartklasse

Die Betriebsklasse richtet sich vor allem nach der Zeit, die eine Evakuierung braucht. Unterschieden werden der Betrieb auf freier Strecke, in Tunneln unter oder über 5 km Länge und der Betrieb ohne Möglichkeit zur seitlichen Evakuierung. Die Bauartklasse unterscheidet Standardfahrzeuge (N), automatisch betriebene Fahrzeuge ohne geschultes Personal für Notfälle an Bord (A), Doppelstockfahrzeuge (D) und Schlafwagen (S).

Welche Stufe wann gilt

Betriebsklasse / BauartklasseN StandardA AutomatischD DoppelstockS Schlafwagen
Freie StreckeHL1HL1HL1HL2
Tunnel unter 5 kmHL2HL2HL2HL2
Tunnel über 5 kmHL2HL2HL2HL3
Ohne seitliche EvakuierungHL3HL3HL3HL3

Betriebsklasse und Bauartklasse gibt dem Komponentenhersteller in der Regel der Hersteller des Schienenfahrzeugs vor.

Anforderungssätze R22 und R23

Welche Prüfungen ein Werkstoff oder eine Komponente bestehen muss, legt ein Anforderungssatz fest, kurz R-Satz. Er bündelt mehrere Anforderungen, etwa an Rauchgasentwicklung und toxische Gase, mit den zugehörigen Prüfverfahren. Gelistete Komponenten stehen mit ihrem R-Satz in einer Tabelle der Norm, für nicht gelistete gelten Gruppierungsregeln.

Der Anforderungssatz R22 gilt für Komponenten im Fahrzeuginneren, darunter Rohre und Schläuche. R23 gilt für die entsprechenden Komponenten außen am Fahrzeug. Je nach Gefährdungsstufe stellt ein R-Satz unterschiedliche Anforderungen an Brennbarkeit, Rauchgasdichte und Rauchgastoxizität. Für Schläuche, Rohre und Elastomerprofile enthält die Norm eine eigene Prüfregel.

Die EPDM-Formschläuche von JRT

Die Formschläuche sind für anspruchsvolle Einbausituationen in Schienenfahrzeugen gedacht, in denen Standardlösungen oft nicht ausreichen. Enge Bauräume, besondere Geometrien oder sicherheitskritische Einsatzbereiche verlangen passgenaue Schläuche mit hoher Belastbarkeit. Einsetzen lässt sich die Mischung bei den Anforderungssätzen R22 und R23 in den Stufen HL1 und HL2.

  • Eigenschaften · 4

  • EPDM-Mischung, geprüft, schwefelvernetzt und halogenfrei
  • REACH- und RoHS-konform
  • ausgelegt auf die Anforderungen an Entflammbarkeit, Rauchentwicklung und Toxizität
  • geeignet für sicherheitskritische Anwendungen im Bahn- und Brandschutzbereich

Auslegung für den Einsatzbereich

Ob ein Formschlauch im Fahrzeug funktioniert, entscheiden Werkstoff und Geometrie ebenso wie seine Beständigkeit gegen Medien und Temperatur und seine mechanische Belastbarkeit. JRT passt die EPDM-Formschläuche deshalb an das jeweilige Anforderungsprofil an und legt sie für den konkreten Einsatzbereich aus. Auf Wunsch stellt JRT ein Werkszeugnis zum Brandschutz aus.

AUSBAUZu welchen Gefährdungsstufen und Anforderungssätzen liegt für die EPDM-Mischung ein Prüfbericht vor, und kann er Kunden vorgelegt werden?
AUSBAUWelche Innendurchmesser und Einbaulagen habt ihr bei Bahnkunden bisher umgesetzt?

Auch für weitere Brandschutzanwendungen

Die Bahnindustrie ist die zentrale Zielgruppe dieser Formschläuche, ihr Anforderungsprofil hat Entwicklung und Prüfung des Materials geprägt. Dieselbe geprüfte Qualität kann auch für andere Bereiche interessant sein, in denen Brandschutz gefordert ist. JRT unterstützt bei der Auswahl geeigneter Werkstoffe, bei der technischen Auslegung und bei der Fertigung individueller Schlauchlösungen.

Schienenfahrzeug am Bahnsteig

FAQ: EN 45545-2 und EPDM-Formschläuche

Was regelt EN 45545-2?

Die Anforderungen an das Brandverhalten von Werkstoffen und Komponenten in Schienenfahrzeugen, gestaffelt nach Gefährdungsstufen.

Was bedeuten HL1, HL2 und HL3?

Das sind die Gefährdungsstufen der Norm. Sie ergeben sich aus Betriebsklasse und Bauartklasse des Fahrzeugs, HL3 ist die höchste Stufe.

Was bedeuten R22 und R23?

Es sind Anforderungssätze der EN 45545-2. R22 gilt für Komponenten wie Rohre und Schläuche im Fahrzeuginneren, R23 für solche Komponenten außen.

Für welche Anforderungen eignet sich die EPDM-Mischung von JRT?

Die Mischung ist für R22 und R23 in den Stufen HL1 und HL2 geeignet.

Welche Ausgabe der Norm gilt aktuell?

In Deutschland DIN EN 45545-2:2023-12. Sie ersetzt die Ausgabe 2020-10 und enthält die Änderung A1:2023.

Sind die Formschläuche halogenfrei?

Ja. Die EPDM-Mischung ist schwefelvernetzt und halogenfrei und erfüllt REACH und RoHS.

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