DIN 7716: Gummiteile richtig lagern, reinigen und pflegen

DIN 7716 legt fest, wie Erzeugnisse aus Kautschuk und Gummi gelagert, gereinigt und gewartet werden.

Was DIN 7716 regelt

Der volle Titel lautet „Erzeugnisse aus Kautschuk und Gummi; Anforderungen an die Lagerung, Reinigung und Wartung“. Die gültige Ausgabe stammt vom Mai 1982 und hat die Ausgabe vom Februar 1975 ersetzt. Die Norm gilt für Erzeugnisse aus Natur- und Synthesekautschuk, rein oder mit anderen Stoffen verbunden, außerdem für unvulkanisierte Mischungen, Klebstoffe und Kautschuklösungen. Die Anforderungen an Lagerraum und Lagerung zielen in erster Linie auf eine langfristige Lagerung von mehr als sechs Monaten. Für kurzfristige Lagerung, etwa in Produktions- und Auslieferungslagern, gelten sie sinngemäß.

DIN 7716 gehört zu den Normen, die bei den technischen Gummiwaren von JRT zum Tragen kommen.

Was Gummiteilen im Lager schadet

Gummiteile verändern bei ungünstiger Lagerung ihre Eigenschaften, sachgemäß gelagert bleiben sie über einige Jahre fast unverändert. Sauerstoff, Ozon, Wärme, Licht, Feuchtigkeit, Lösungsmittel und Lagerung unter Spannung verändern die physikalischen Eigenschaften der meisten Gummierzeugnisse. Die Teile können dann übermäßig verhärten, weich werden, sich bleibend verformen, abblättern oder reißen.

Anforderungen an den Lagerraum

Der Lagerraum soll kühl, trocken, staubarm und mäßig gelüftet sein. Eine Lagerung im Freien ohne Wetterschutz ist nicht zulässig.

Temperatur

Gummierzeugnisse sollten nicht unter -10 °C und nicht über +15 °C gelagert werden, wobei die obere Grenze bis +25 °C überschritten werden darf. Noch höhere Temperaturen sind nur kurzfristig zulässig. Für bestimmte Kautschuktypen wie Chloroprenkautschuk kann eine Lagertemperatur von mindestens +12 °C nötig sein. Teile, die bei Lagerung oder Transport großer Kälte ausgesetzt waren, können versteifen. Sie werden vor dem Einsatz längere Zeit auf +20 °C oder mehr gebracht, am besten in der Verpackung, damit sich keine Feuchtigkeit auf dem Teil niederschlägt.

Heizung

In beheizten Lagerräumen sind die Teile gegen die Wärmequelle abzuschirmen. Der Abstand zur Wärmequelle beträgt mindestens 1 m, in Räumen mit Warmluftheizung mehr.

Luftfeuchte

Feuchte Lagerräume und Kondensation sind zu vermeiden. Am günstigsten ist eine relative Luftfeuchte unter 65 %.

Licht

Die Teile sollen vor Licht geschützt werden, vor allem vor direkter Sonne und starkem Kunstlicht mit hohem UV-Anteil. Die Norm sieht dafür einen roten oder orangefarbenen Schutzanstrich der Fenster vor, keinesfalls einen blauen.

Sauerstoff und Ozon

Gegen Luftwechsel und Zugluft schützt Einhüllen oder die Lagerung in luftdichten Behältern. Das gilt vor allem für Artikel mit großer Oberfläche im Verhältnis zum Volumen. Weil Ozon besonders schädlich ist, dürfen im Lagerraum keine ozonerzeugenden Einrichtungen stehen, etwa Elektromotoren oder Geräte, die Funken oder elektrische Entladungen erzeugen.

Chemikalien

Lösungsmittel, Kraftstoffe, Schmierstoffe, Chemikalien, Säuren und Desinfektionsmittel dürfen im Lagerraum nicht aufbewahrt werden.

Kennwerte Lagerraum
Lagertemperatur
-10 bis +15 °C
bis +25 °C zulässig, höher nur kurzfristig
Relative Luftfeuchte
unter 65 %
ohne Kondensation
Abstand zur Wärmequelle
mindestens 1 m
bei Warmluftheizung mehr
Lichtschutz der Fenster
rot oder orange
keinesfalls blau

Lagerung und Handhabung

Gummiteile werden spannungsfrei gelagert, also ohne Zug, Druck oder andere Verformung, weil Spannung bleibende Verformung und Risse begünstigt. O-Ringe dürfen zum Beispiel nicht an Haken hängen. Kupfer und Mangan schädigen Gummi, deshalb dürfen die Teile diese Metalle nicht berühren. Geeignet sind Verpackungen wie antistatische Folien oder Beutel aus Papier, Polyethylen oder Polyamid. Weichmacherhaltige Folien sind als Verpackung nicht zulässig.

Teile unterschiedlicher Zusammensetzung sollen sich nicht berühren, das gilt besonders für Gummiteile verschiedener Farben. Die Teile sollen möglichst kurz im Lager bleiben, bei langfristiger Lagerung werden neu eingehende Teile getrennt von vorhandenen gelagert.

  • Lagerung nach Teileart · 5

  • Schläuche lagern in Rollenbunden oder langgestreckt.
  • Platten lagern flach mit voller Auflage oder gerollt.
  • Dichtungen, Puffer, Gummi-Metall-Verbindungen und Ringe werden so gelagert, dass sie sich nicht verformen.
  • Bei Gummi-Metall-Artikeln darf das Metall das Elastomer nur an der Haftstelle berühren.
  • Gummiwaren für Lebensmittel gehören in geruchsfreie Räume.

Reinigung und Wartung

Gereinigt wird mit Seife und warmem Wasser, getrocknet bei Raumtemperatur. Nach einer Lagerung von sechs bis acht Monaten ist eine Reinigung mit 1,5-prozentiger Natriumbikarbonatlösung möglich, deren Reste mit Wasser abgespült werden. Lösungsmittel wie Trichlorethylen, Tetrachlorkohlenstoff und Kohlenwasserstoffe dürfen nicht verwendet werden, ebenso wenig scharfkantige Gegenstände, Drahtbürsten oder Schmirgelpapier. Gummi-Metall-Verbindungen werden mit einer Glyzerin-Spiritus-Mischung im Verhältnis 1 zu 10 gereinigt.

Eine Desinfektion folgt erst nach gründlicher Reinigung, mit einem Mittel, das mit Gummi verträglich ist. Sauerstoff- oder halogenabspaltende Mittel wie Kaliumpermanganat oder Chlorkalk können vor allem dünnwandige Teile schädigen.

DIN 7716 und ISO 2230

In DIN 7716 ist die Internationale Norm ISO 2230 in der Fassung von 1973 eingearbeitet, dazu ISO 5285 von 1978 für Fördergurte. ISO 2230 wurde seither eigenständig überarbeitet: Die Ausgabe 2002 ersetzte die von 1973, im März 2026 erschien die dritte Ausgabe ISO 2230:2026. DIN 7716 ist dadurch nicht abgelöst, DIN Media führt die Ausgabe 1982-05 weiterhin als aktuell.

ISO 2230 gibt Leitlinien für Prüfung, Dokumentation, Verpackung und Lagerung von Produkten aus vulkanisiertem oder thermoplastischem Kautschuk, bevor diese in Umlauf gebracht werden. Die Ausgabe 2002 teilt Kautschuke nach ihrer Anfälligkeit für Alterung in drei Gruppen ein:

GruppeKautschuke
Gruppe A, mäßig anfälligunter anderem Naturkautschuk, SBR und Polyurethan
Gruppe B, gering anfälligunter anderem NBR, HNBR, Chloroprenkautschuk und Butylkautschuk
Gruppe C, gegen Alterung hoch beständigunter anderem EPDM, FKM und Silikonkautschuk

ISO 2230 unterscheidet außerdem eine erste Lagerzeit ab Herstellung, nach der eine Stichprobe geprüft wird, und eine Verlängerungszeit bis zur nächsten Prüfung. Dicke Teile verändern sich dabei meist langsamer als dünne. Auch DIN ISO 3302-1 verweist auf ISO 2230: Teile, die vermessen werden, dürfen vorher nicht ungünstig gelagert worden sein.

Verpackung bei JRT

Neben der Standardverpackung im Karton oder auf der Palette setzt JRT auch kundenindividuelle Verpackungswünsche um.

AUSBAUWie verpackt ihr Gummiteile, die beim Kunden länger gelagert werden?
AUSBAUVermerkt ihr das Herstelldatum auf Teil oder Verpackung, damit der Kunde die Lagerdauer verfolgen kann?

FAQ: Gummiteile lagern nach DIN 7716

Bei welcher Temperatur lagert man Gummiteile?

Nach DIN 7716 zwischen -10 °C und +15 °C, die obere Grenze darf bis +25 °C überschritten werden. Höhere Temperaturen sind nur kurzfristig zulässig.

Welche Luftfeuchte ist für Gummiteile richtig?

Am günstigsten ist eine relative Luftfeuchte unter 65 %, ohne Kondensation.

Ist DIN 7716 noch gültig?

Ja. DIN Media führt DIN 7716:1982-05 als aktuelle Norm. Die internationale Leitlinie ISO 2230 liegt seit März 2026 in der dritten Ausgabe vor.

Dürfen O-Ringe aufgehängt werden?

Nein. DIN 7716 verlangt spannungsfreie Lagerung und nennt das Aufhängen von O-Ringen an Haken ausdrücklich als Beispiel, das zu vermeiden ist.

Womit reinigt man Gummiteile?

Mit Seife und warmem Wasser, getrocknet wird bei Raumtemperatur. Lösungsmittel, Drahtbürsten und Schmirgelpapier sind ungeeignet.

Welche Kautschuke altern am langsamsten?

ISO 2230 ordnet in der Ausgabe 2002 unter anderem EPDM, FKM und Silikonkautschuk der Gruppe C zu, die gegen Alterung hoch beständig ist.

Verpackung nach Ihrer Vorgabe

Sagen Sie uns bei der Anfrage, wie Ihre Teile verpackt bei Ihnen ankommen sollen.